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Uli spielt Gitarren auf „Daily Bread“: Ich bin beeindruckt. Und frage mich mal wieder, wieso bei ihm selbst solche Gitarren immer wundervoll tunen, die ich als unstimmbar an die Seite gestellt habe. Es hat wohl was mit Können zu tun.

Ich hadere etwas mit dem Arrangement des Liedes insgesamt: Ist es wild genug? Drückt es genug? In mir wohnt schon immer ein Punk, der Musik nur mag, wenn sie laut ist. Ich nehme in den folgenden Wochen etwa eintausend weitere Gitarren auf, nur um sie wieder auszukippen: Es ist gut, wie es ist.

Das Lied sein lassen, was es will: Das ist ein Thema beim Musikmachen. Da muss man also die eigene Innensicht (zunächst mal ja das einzige, was man hat) einer Außensicht opfern, die man nicht wirklich bekommen kann, oder jedenfalls nur mit großem Abstand. Man merkt nur an den vorsichtigen Erklärungsversuchen der anderen, wie man das Lied auch sehen kann, was es draußen darstellt. Ein Lied gibt mehr über den Sänger preis als er weiß (und manchmal als ihm lieb ist). „I stood in this unsheltered place“, sang Peter Gabriel, „’Til I could see the face behind the face“.

Someday Jacob, „It Might Take A While“ erscheint am 24. Juli 2015 bei Haldern Pop.